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13.11.2017 - LFC mit mehr Energie, aber Cottbus gewinnt

Pokalsensation des LFC blieb am Samstag aus

Am Ende feierten sie trotzdem, obwohl auf der Anzeigetafel eine Niederlage stand: Spieler und Tross des Ludwigsfelder FC sangen gemeinsam mit den Fans des Clubs im Novemberregen – ein weiterer Gänsehautmoment an einem ohnehin emotionsgeladenen Nachmittag. „Wahnsinn, was die Mannschaft heute geleistet hat, sie hat ein Riesenspiel gemacht, ich ziehe den Hut vor ihr“, sprudelte es unmittelbar danach aus LFC-Trainer Volker Löbenberg, der immer noch unter Strom stand. Sein Team, der Spitzenreiter der Brandenburgliga, hatte bei der 1:3 (0:2)-Niederlage im heimischen Waldstadion gegen den Regionalligisten FC Energie Cottbus zwar eine Überraschung verpasst, gegen den zwei Ligen höher eingestuften Gegner aber eine couragierte Leistung abgeliefert und ein weiteres bemerkenswertes Kapitel in der Pokal-Historie des Clubs geschrieben. "In der ersten Halbzeit waren wir noch zu verhalten", sagte Löbenberg, "aber in der zweiten Hälfte war es ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben mit einem Mann weniger Energie unter Druck gesetzt und sogar noch den Anschlusstreffer erzielt. Wir hatten sogar die besseren Möglichkeiten."

"Das war eine sehr gute erste Halbzeit, mit der roten Karte wurde es dann hektisch, wir haben es uns durch das Gegentor schwerer gemacht als nötig", befand Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz in den Katakomben der Arena und grantelte, dass "der Spielfluss mit Fouls und Provokationen unterbunden" worden sei.

Ludwigsfelde stemmt sich mit zehn Mann gegen Niederlage

Der FC Energie war mit der ersten nennenswerten Torchance durch einen Kopfball von Paul Gehrmann in der 28. Minute in Führung gegangen. Nur wenige Sekunden nach dem darauffolgenden Anstoß kam der Favorit nach einem Foul von Kapitän Philip Karaschewitz zu einem Elfmeter, den Fabio Viteritti verwandelte. Über weite Phasen entwickelte sich vor 1013 Zuschauern im ersten Durchgang das klassische Szenario beim Duell David gegen Goliath: Der tiefstehende LFC durchbrach nur selten den Belagerungsring des Regionalligisten - in diesem Fall sozusagen eine Art Energieriegel - geriet aber in der Defensive nicht in Turbulenzen und konnte das Spiel immer wieder zumindest kurzzeitig in die Hälfte des Gegners schieben.

Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein: LFC-Defensivmann Philip Pollow sah nach einem Foul die Rote Karte (55.). Das Ludwigsfelder Ensemble kam aber durch einen Kopfballtreffer von Markus Goede nach einer Ecke zum Anschlusstreffer (61.). Spätestens jetzt wurde das Waldstadion zum Hotspot, als sich der dezimierte Außenseiter mit zehn Mann und viel Mumm gegen die Niederlage stemmte. Und tatsächlich erarbeitete sich der LFC noch einmal eine Großchance, bevor Gabriel Boakye nach einem schnellen Konter den Treffer zum vorentscheidenden 3:1 erzielte (83.). Unmittelbar vor dem Abpfiff hatte LFC-Offensivmann Paul van Humbeeck eine exzellente Tormöglichkeit, traf nach einem schönen Angriff den Ball aber nicht richtig, das Spielgerät war unmittelbar vorher versprungen.

Brian Blisse: "Das war super"

Neben einer Menge Respekt nahm der Außenseiter auch die Erinnerungen an eine ganz besondere Partie mit in die Kabine: "Es ist natürlich immer schön, vor solch einer Kulisse zu spielen", sagte Ludwigsfeldes Defensivmann, Brian Blisse, "das hat man ja so in der Brandenburgliga nicht. Wir sind sehr viel gelaufen und haben richtig gekämpft. In der zweiten Hälfte haben wir sozusagen 1:1 in Unterzahl gespielt. Das war super, was die Mannschaft geleistet hat."

Am kommenden Wochenende steht für Ludwigsfelde in der Brandenburgliga ein Heimspiel gegen den Tabellenneunten Union Klosterfelde auf dem Programm (Start: 13 Uhr). Dann ist die Rollenverteilung genau umgekehrt: Der LFC ist als souveräner Tabellenführer der Favorit.

Quelle: MAZ Sportbuzzer
Bild: Julius Frick

 




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