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17.03.2017 - Zügig und sicher am Einsatzort

Fahrsicherheitstraining für Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in Ahrensdorf

"Denkt immer daran: Feuerwehr ist Familie", mahnt Steffen Müller, Einsatzfahrten-Trainer der IFE Systems GmbH. „Keiner von euch möchte in die Situation geraten, der Familie eures Kameraden sagen zu müssen, dass ihr Ehemann und Vater auf Grund eurer Fahrweise zu Schaden gekommen ist.“Bedächtiges Kopfnicken bei den Kameraden, die an diesem Tag am vierstündigen Einsatzfahrtentraining in Ahrensdorf teilnehmen.

Dass ein solches Training sinnvoll und notwendig ist, zeigt die Praxis. Es vergeht kaum eine Woche, in der kein Unfall unter Blaulicht passiert. Und so lernen die Maschinisten (also jene Kameraden, die ein Feuerwehrfahrzeug bedienen dürfen) der Freiwilligen Feuerwehren Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow und Großbeeren zunächst in einer Theorie-Stunde, worauf es beim Fahren ankommt. Steffen Müller möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es eben nicht darum geht, schnellstmöglich zum Einsatzort zu gelangen. Ziel ist es vielmehr anzukommen, ohne sich, seine im Fahrzeug sitzenden Kameraden und andere Straßenverkehrsteilnehmer zu gefährden. „Wenn die Bude brennt, dann brennt sie – da machen 30 Sekunden früher oder später ankommen keinen Unterschied. Wenn ihr auf der Einsatzfahrt allerdings einen Unfall verursacht, könnt ihr gar nicht mehr helfen“, betont er.

Es sei ein gewaltiger Unterschied, einen Einsatz mit der Feuerwehr zu fahren als beispielsweise einen LKW zu führen, sind sich die Kameraden einig. Die zumeist ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmänner und -frauen kommen bereits mit einem erhöhten Stresspegel auf der Wache an, ausgelöst durch die Meldung selbst und die Notwendigkeit, von einem Moment auf den nächsten alles stehen und liegen zu lassen und sich zur Wache zu begeben. Der Adrenalinpegel steigt noch einmal während der Fahrt zum Einsatz. Hinzu kommt ein verlagerter Schwerpunkt des Fahrzeugs durch die schweren Gerätschaften sowie die Unsicherheit und Unberechenbarkeit der anderen Verkehrsteilnehmer bei Anblick des Blaulichts.

Nach der Theorie folgt die Praxis. Drei Stunden lang dürfen die Kameraden am Simulator Einsatzfahrten trainieren. Nach jeder Fahrt wird zusammen ausgewertet: Welche Gefährdungsstellen lagen vor?Welche Handlungsalternativen gab es? Wie viele Sekunden vergingen tatsächlich beim Warten auf freie Fahrt, die einen wie Stunden vorkamen? Wie verhält man sich an Ampelkreuzungen, der größten Gefährdungsstelle für Blaulichtfahrten?

Für die Ludwigsfelder Kameraden ist das Einsatzfahrtentraining am Simulator der dritte und letzte Baustein einer dreijährigen Schulungsreihe. 2015 fand das Geländetraining für Allradfahrzeuge in Schenkenhorst statt, 2016 folgte ein Fahrsicherheitstraining in Linthe. Auf gute und sichere Fahrt!
A.L.




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